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iRiver H340 repariert

Seit etwa zwei Wochen ging der iRiver H340 gelegentlich unterwegs nach kurzer Zeit aus, selbst wenn er die ganze Nacht über am Netz gehangen hatte und der Akku eigentlich voll sein müsste.

Zuerst dachte ich, eine aktualisierte Rockbox-Version würde den Akku unverhältnismäßig stark beanspruchen; später stellte sich aber heraus, dass der Netzteil-Stecker nur noch in einer bestimmten Position zur Akku-Ladung führte, Rockbox also unschuldig war.

Heute fiel der iRiver H340 sogar im Netzbetrieb aus, das Problem wurde zu unbequem zum Ignorieren, nach dem iRiver-Casemodding am Monatsanfang musste ich schon wieder basteln. Der H340 dient noch immer als Ersatz für den ausgefallenen Marantz CD 63 SE, Einschicken hätte zu lange gedauert, außerdem hätte ich vorher die Rockbox-Spuren vernichten müssen, um iRiver keine bequeme Ausrede zu liefern.

Kleine Hindernisse

[Foto: iRiver H340 liegt auf der Rückseite, fünf Schrauben daneben. Das Gehäuse ist leicht aufgehebelt.] Die fünf Gehäuse-Schrauben ließen sich ohne Probleme lösen, anschließend brauchte ich jedoch eine Weile um den Öffnungsmechanismus zu durchschauen.

Zuerst habe ich mit einem Schraubenzieher versucht das Gehäuse am Kopf aufzuhebeln, es hat leicht gelitten, gab aber nicht nach.

Die Seite bot ein besseres Ziel, als der Schraubenzieher erst mal steckte konnte der Spalt um das Gehäuse geführt werden.

Aufgeklappt

[Foto: iRiver H340 mit aufgeklappter Rückseite. Der Blick auf dem Akku ist frei] Daraufhin konnte die Rückseite aufgeklappt werden und gab den Blick auf den Akku frei.

Einzelteile

[Foto: iRiver H340 grob zerlegt in: Rückseite, Festplatte, Akku, Dämm-Schaum und Vorderseite mit Platine] Der Akku liegt mehr oder weniger lose auf der Festplatte, die wiederum in blauem Dämm-Material steckt. Bei den Dämm-Matten dachte ich erst, sie wären geklebt, sie waren jedoch nur festgeklemmt und ließen sich mit etwas Nachdruck entfernen.

Beim Akku musste nur der Stecker gelöst werden; vor dem Abziehen der Festplatte schraubte ich ihren Anschluss lose, was jedoch nicht nötig gewesen wäre.

Mit der Platine hat ich kein Glück: nach dem Lösen aller sichtbaren Schrauben, konnte sie an der Buchsenseite nur etwa einen Zentimeter angehoben werden, irgend etwas hielt sie fest.

Das Problem in Nahaufnahme

[Foto: Makro der Netzteil-Buchse] Weiter habe ich die Netzteil Buchse nicht freigelegt. Die Platine bog sich dabei schon deutlich durch und ich hielt es weder für sinnvoll sie zu zerbrechen, noch hatte ich das Gefühl, von der anderen Seite mehr erreichen zu können.

Aber locker

[Foto: Netzteil-Buchse mit Stecker in Nahaufnahme. Daumen drückt auf den Stecker und hebelt die Buchse los] Meine erste Vermutung war, die Buchse selbst wäre das Problem und würde den Kontakt zum Stecker nicht mehr sauber herstellen.

Durch Verbiegen der Kontakte im Buchsen-Inneren wollte ich dem entgegen wirken, die Buchse selbst war jedoch in Ordnung, nur nicht mehr fest mit der Platine verbunden.

Die ursprüngliche Befestigung konnte ich nicht erkennen, die lose Lötstelle scheint jedoch nicht entlastet worden zu sein, kein Wunder, dass die Buchse nur knapp über ein Jahr hielt.

Hoffnungslos mit Gefühl

[Foto: Papier-Streifen umschlingt Netzteil-Buchse] Verlötet war die Buchse auf der mir nicht zugänglichen Seite, der Lötkolben blieb daher erstmal kalt und ich versuchte es mit Gefühl.

Die Buchse sollte mit Papier und Klebefilm fixiert werden, auf das Lötstelle und Buchse wieder verbunden wären.

Schlechte Idee: der Klebefilm fand auf der Platine keinen Halt, eine stabile Lösung wäre es wohl eh nicht geworden.

Erfolgreich mit Gewalt

[Foto: Druchgeschmorte schwarz-verkohlte Netzteil-Buchse.] Als Durchgangsprüfer bestätigte das Messcontrol M3900: die äußere Steckerseite war mit dem Lötpunkt rechts vom Buchsenende verbunden.

Daher nahm ich an, das Stecker-Innere müsse über den Buchsen-Pin mit dem linken Lötpunkt verbunden werden.

Mit dem Lötkolben brannte ich mir den Weg durch die Buchse frei. Das Foto ist etwas dunkel geworden, der goldene Punkt in der Mitte der Buchse ist jedenfall der verbindungslose Pin.

Durch die Hintertür

[Foto: An die aufgeschmorte Netzteil-Buchse wurde ein Kabel gelötet, dass auf der Platine-Rückseite endet.] Das frisch geschmorte Loch zum Pin wurde großzügig mit Lötzinn zu gekleistert und ein Kabel als Brücke eingesetzt.

Es sieht nicht direkt nach Wertarbeit aus, doch immerhin hat die Buchse jetzt genug Spielraum und diese Lötstelle wird nicht mehr belastet.

Der Stecker passt nun nicht mehr vollständig in die Buchse, sitzt aber ansonsten stabil. Ich hoffe die Verbindung zwischen Stecker-Außenseite und Platine versagt nicht als nächstes, zur Not hat die Buchse aber noch genug Platz für eine zweite Hintertür.